Nordmänner auf Zukunftskurs

Das Unternehmen neu aufgestellt und eine 20-jährige Erfolgsgeschichte in MV – das wurde gestern mit einem großen Fest gefeiert.

Nordmann – das ist mehr als Störtebeker-Pils und Mineralbrunnen, als Brauerei oder Getränkegroßhandel. Das Familienunternehmen, 1990 von Wildeshausen bei Bremen aus in den Nordosten gestartet, ist zu einem starken Firmenverbund gewachsen, der rund 1200 Beschäftigte hat. Über 20 Geschäftsführer lenken im Auftrag der Nordmann-Brüder Jürgen (49), Oliver (46) und Fritz-Dieter (52) die Geschicke verschiedener Betriebe, wie zum Beispiel der Stralsunder Brauerei.

„Um die Weichen in Richtung einer erfolgreichen Zukunft zu stellen, haben wir uns jetzt neu aufgestellt“, sagt Oliver Nordmann. „Keine dramatischen Veränderungen für die Region, auch keine Spaltung. Aber die Zuständigkeiten unter uns Brüdern wurden klar abgegrenzt und aufgeteilt, damit sich jeder auf sein Gebiet konzentrieren und es weiter kreativ entwickeln kann.“ Die Keimzelle des 100-jährigen Familienbetriebes, der Getränkegroßhandel, bleibt in den Händen von Fritz-Dieter (Wildeshausen) und Oliver, der von Stralsund aus weiterhin die Fäden knüpft.
Über die Kapazitäten und guten Voraussetzungen von Getränke Nordmann in Stralsund konnten sich gestern Abend über 1000 Gäste aus Gastronomie, Handel, Wirtschaft und Politik bei der Jubiläumsfeier „20 Jahre inMV“amneuen Firmensitz im ehemaligen Citti- Markt am Langendorfer Berg überzeugen. Nach dem Kauf der Immobilie vor zwei Jahren wurden mehr als 2,5 Millionen Euro auf dem 40 000 Quadratmeter großen Areal investiert.
„Sechs Millionen Kisten und Fässer mit Getränken werden pro Jahr verladen und an über 1200 Kunden in Vorpommern geliefert“, sagt Ronny Degenkolbe, der hier als Geschäftsführer die Nordmann- Ideen umsetzt. Außerdem wird im Dezember im ehemaligen Citti-Großkauf ein Zisch-Markt neuer Generation eröffnet, wobei das Sortiment Einzelkunden und Großverbraucher ansprechen soll.
Auch von Rostock und Hamburg, Berlin und Magdeburg, Braunschweig und Hannover werden Getränke ausgeliefert. „Dort sind wir jeweils beteiligt“, so Oliver Nordmann. „Wir gehören zu den drei Anbietern in Deutschland, die so ein Lieferanten-Konzept verfolgen.“
Oliver Nordmann kümmert sich weiterhin um Bereiche wie regionale Produkte, ökologische Landwirtschaft und neue Konzepte für die Gastronomie. Die Landwert-Erzeugergemeinschaft in Stahlbrode ist ein Beispiel dafür. Die Braugasthäuser Binz und Greifswald werden entsprechend ausgerichtet.
Nicht zu vergessen das Projekt Kron-Lastadie, wo kürzlich der Baustart erfolgte. An diesem Standort in Hafen- und Altstadtnähe wird künftig die Nordmann-Holding ihren Sitz haben. Ein Jahr lang laufen die Sanierungs- und Neubauarbeiten. Im ersten Bauabschnitt mit der Sanierung des Kanonenschuppens werden zwei Millionen Euro investiert. „Eine kulinarische Bastion schwebt Oliver Nordmann vor. „Unser Ziel lautet, verschiedene Gastronomiekonzepte mit individuellen Betreibern zu kombinieren, zum Beispiel eine Markthalle zum Einkaufen, Genießen und Entspannen. Wir erproben hier auch etwas, und wenn es funktioniert, wollen wir das Konzept weitertragen.“
Jürgen Nordmann wird sich künftig um die Stralsunder Brauerei und die Vermarktung der Biere vom Sund kümmern. Die Braugasthäuser in Stralsund und Rostock gehören zu seinem Verantwortungsbereich, das Veranstaltungszentrum Alte Brauerei sowie das in der Brauerei entwickelte Logipack-Verpackungssystem. Dazu kommt der Getränkefachgroßhandel
Beckröge in Bremen. All diese Geschäftsfelder werden zusammengefasst unter dem Dach von „Kontor N“, das viel vor hat. „Unter anderem wollen wir an unserem Firmensitz in der Greifswalder Chaussee Braukultur besser erlebbar machen. Dazu laufen jetzt schon die Vorbereitungen“, so Jürgen Nordmann.
Gestern wurde die Alltagsarbeit aber mal für ein paar Stunden ausgeblendet. Im großen Festzelt am Feldrain stießen die Gäste auf eine gute Zukunft an. Dazu gab es ein Programm, das es in sich hatte. Der letzte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maiziére, hielt eine Festrede und für die richtige Musik sorgten Karat und die Showband Papermoon.

Quelle: Stralsunder Zeitung/ Text und Foto: Andreas Lindenberg

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